Einsatzbereitschaft der FFW Großenpinning durch Notkommandanten vorerst gewährleistet

Mitglieder- und Dienstversammlung – Hans Bayer zum Ehrenvorstand ernannt

Im Vereinsheim der Freiwilligen Feuerwehr Großenpinning fand die diesjährige Mitglieder- und Dienstversammlung statt. Vorstand Robert Eder freute sich, neben Kameradinnen und Kameraden auch Bürgermeister Konrad Schmerbeck, zweite Bürgermeisterin Kathrin Pils sowie Altbürgermeister Ewald Seifert begrüßen zu können.

Zu Beginn erinnerte Eder an das vergangene Vereinsjahr und dankte allen Mitgliedern für die geleistete Arbeit und die Unterstützung im Vereinsleben. Im Jahresbericht blickte Andreas Ittlinger anschließend auf ein abwechslungsreiches Vereinsjahr 2025 zurück. Neben mehreren Vorstandssitzungen veranstaltete die Feuerwehr das traditionelle Maibaumaufstellen sowie das Dorffest und beteiligte sich an drei Gründungsfesten befreundeter Feuerwehren. Zudem übernahm die Wehr auch Absperrdienste. Gleichzeitig sprach Ittlinger aber auch offen die Herausforderungen innerhalb des Vereins an. Aufgrund mangelnder Beteiligung konnte die Feuerwehr weder an der Fronleichnamsprozession noch am Volkstrauertag teilnehmen. Auch das Interesse an Gründungsfesten benachbarter Wehren und Veranstaltungen der Gemeindevereine sei spürbar zurückgegangen. Hier wünsche man sich künftig wieder mehr Zusammenhalt und Beteiligung.

Kommandant Thomas Kronschnabel berichtete über das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres. Insgesamt rückte die Wehr im Jahr 2025 achtmal aus. Emotional wurde es, als Kronschnabel erklärte, für das Amt des Kommandanten, das er 12 Jahre innehatte, nicht mehr zu kandidieren. Er dankte den Kameraden für die gemeinsame Zeit und die vielen gemeinsamen Erlebnisse im Feuerwehrdienst. Gleichzeitig machte er deutlich, wie wichtig eine verlässliche Einsatzbeteiligung sei. Das geringe Interesse am aktiven Dienst bereite ihm Sorgen. Mit einem eindringlichen Appell bat er die Mitglieder, den künftigen Kommandanten bestmöglich zu unterstützen.

Kassier Stefan Berger konnte anschließend von einer soliden Kassenlage berichten. Positiv hob er dabei auch eine großzügige Spende von Robert Eder hervor. Die beiden Kassenprüfer Hans Kohlhofer und Walter Schulte bescheinigten eine einwandfreie Kassenführung, woraufhin die Vorstandschaft einstimmig entlastet wurde.

Für einen besonderen und zugleich emotionalen Höhepunkt sorgte die Ernennung von Hans Bayer zum Ehrenvorstand. Mit dieser Auszeichnung würdigte die Feuerwehr seine langjährigen Verdienste als Vorstand sowie seinen unermüdlichen Einsatz rund um das Vereinsheim. Die Versammlung dankte ihm mit großem Applaus für sein jahrzehntelanges Engagement für die Feuerwehr Großenpinning.

In seinen Grußworten dankte Bürgermeister Konrad Schmerbeck allen aktiven und ehemaligen Feuerwehrkameraden für ihren engagierten Einsatz zum Schutz der Bevölkerung und für das Wohl der Allgemeinheit. Gleichzeitig sprach er die zunehmend schwierige Situation vieler kleiner Feuerwehren offen an. Einsätze dürften nur mit einer Mindeststärke von sechs Einsatzkräften gefahren werden. Andernfalls entstünden erhebliche Probleme hinsichtlich Versicherungsschutzes, Berufsgenossenschaft sowie der Verantwortung und Haftung von Kommandanten und Bürgermeister als Dienstherrn. Zwar verfüge die Feuerwehr Großenpinning derzeit über 28 aktive Mitglieder, die Einsatzbereitschaft tagsüber sei jedoch oftmals schwierig, teilweise sogar nicht mehr gewährleistet.

Wie ernst die Lage innerhalb der Wehr inzwischen ist, zeigte sich beim Tagesordnungspunkt „Wahl eines Kommandanten“. In der offenen Diskussion wurde deutlich, dass der bisherige Kommandant in den vergangenen Jahren vielfach auf sich allein gestellt gewesen sei und ihm oft die notwendige Unterstützung aus den eigenen Reihen gefehlt habe. Als weitere Probleme nannten die Mitglieder fehlenden Nachwuchs, geringes Interesse an Lehrgängen und Ausbildungen, mangelnden Zusammenhalt innerhalb der aktiven Mannschaft sowie die schwierige Verfügbarkeit der Einsatzkräfte tagsüber. Zusätzlich verschärften technische Probleme bei der Alarmierungs-App die ohnehin angespannte Situation weiter.

Da die Feuerwehr jedoch zwingend eine verantwortliche Führung benötigt, musste die Versammlung eine Lösung finden, um die Einsatzbereitschaft weiterhin sicherzustellen. Letztlich standen dann nur zwei Möglichkeiten im Raum: die sofortige Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr Großenpinning oder die Bestellung eines Notkommandanten als kommissarische Übergangslösung. Nach einer ausführlichen und teils emotionalen Diskussion entschieden sich die 17 Stimmberechtigten mit neun Stimmen dafür, vorübergehend einen sogenannten Notkommandanten einzusetzen. Dieser übernimmt in der Übergangszeit die Verantwortung für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sowie für notwendige Übungs- und Ausbildungsnachweise. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass auch ein Notkommandant die erforderlichen Qualifikationen erfüllen müsse, um die Wehr rechtlich und organisatorisch ordnungsgemäß führen zu können.

Im Anschluss wurde sodann Johannes Berger zum Notkommandanten bestellt. Er erklärte sich bereit, diese verantwortungsvolle Aufgabe zunächst für drei Monate zu übernehmen und damit die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr in der Übergangsphase sicherzustellen. Innerhalb dieses Zeitraums soll gemeinsam nach einer dauerhaften Lösung gesucht werden. Danach wird Bürgermeister Konrad Schmerbeck erneut eine Dienstversammlung mit regulärer Kommandantenwahl einberufen.

Dabei wurde der Ernst der aktuellen Situation nochmals eindringlich verdeutlicht: „Wenn es brennt oder ein Notfall eintritt, brauchen wir jede Hand.“ Die Verantwortlichen machten deutlich, dass es ohne mehr Engagement, Beteiligung und Unterstützung aus den eigenen Reihen künftig schwierig werden dürfte, den aktiven Feuerwehrdienst in Großenpinning langfristig aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig betonte man jedoch auch, dass der Feuerwehrverein als wichtiger Bestandteil des Dorflebens weiterhin bestehen bleibt.

Bei den anschließenden Vereins-Neuwahlen wurde Robert Eder erneut zum Vorstand gewählt. Seine Stellvertreterin bleibt Magdalena Gradinger. Kassier ist weiterhin Stefan Berger. Das Amt des Schriftführers übernimmt künftig Martin Stangl. Als Kassenprüfer wurden Hans Kohlhofer und Walter Schulte bestätigt. Zu Beisitzern wählte die Versammlung Robert Feicht, Ludwig Schreiner und Josef Plendl. Die Fahnenjunker sind künftig Martin Stangl, Michael Thalhammer, Josef Plendl und Maximilian Berger.

Unter dem Punkt „Sonstiges“ wurde abschließend noch die Teilnahme an den Gründungsfesten in Reißing am 31.05.23026 und in Niederschneiding am 05.07.2026 bekanntgegeben. Das Dorffest am Pfingstmontag entfällt heuer ersatzlos.

Text und Bild: Claudia Anzinger

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