164. Bauernjahrtag in Oberschneiding mit Fachvorträgen und Neuwahlen
Die neue Vorstandschaft des Bauernhilfsverein Oberschneiding feierte mit zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik und Wirtschaft den 164. Jahrestag! Von links: Kriminalhauptkommissar Manfred Reumann, Bürgermeister Ewald Seifert, Ortsbäuerin Maria Langgartner, stellv. Landrat Andi Aichinger, Vorsitzender des Bauernhilfsverein Stefan Plendl, stellvertr. Vorsitzender Hans Brunner, Schatzmeister Martin Langgartner, Schriftführer Ruppert Kiermeier, AELF Leiter Landwirtschaftsdirektor Josef Großsowie Pfarrer Dr. Peter Maier
Vorsitzender Stefan Plendl konnte zum Jahrestag des Bauernhilfsverein Oberschneiding im TSV-Heim viele Vereinsmitglieder sowie Gäste aus Kirche, Politik, Landwirtschaft und der regionalen Wirtschaft begrüßen. Der traditionsreiche Jahrestag begann mit einem feierlichen Gottesdienst zum Gedenken an die verstorbenen Mitglieder, den Pfarrer Dr. Peter Maier zelebrierte. Neben zahlreichen Grußworten und der Neuwahl der Vorstandschaft stand der Fachvortrag von Kriminalhauptkommissar Manfred Reumann zum Thema „Betrüger und Einbrecher lauern überall! Wie kann ich mich schützen?“ im Mittelpunkt der Tagesordnung.
In seiner Ansprache ging Pfarrer Dr. Maier auf die angstmachenden Ereignisse zu Beginn des Jahres ein, die viele Menschen verunsicherten. Umso wichtiger seien Hoffnung, Vertrauen in Gott und eine tragfähige Gemeinschaft. Frieden sei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Haltung, die im täglichen Miteinander gelebt werden müsse. Gerade in einer Welt, in der Macht oft rücksichtslos ausgeübt werde, sei es Aufgabe aller, Verantwortung zu übernehmen und Menschlichkeit zu bewahren. Verteidigen dürfe dabei nicht mit Angreifen verwechselt werden. Er dankte dem Bauernhilfsverein für den gelebten Zusammenhalt und würdigte zugleich die First Responder, die uneigennützig Menschen in Notsituationen helfen.
Vorsitzender Stefan Plendl bedauerte bei Versammlungseröffnung, dass die Traditionsgaststätte Gasthaus Krinner künftig nicht mehr als Versammlungsort zur Verfügung stehe. Viele schöne gemeinsame Erinnerungen seien mit diesem Haus und der Wirtsfamilie Krinner/Gölzhäuser verbunden. Umso erfreulicher sei die positive Entwicklung des Vereins: Trotz verstorbener Mitglieder wachse der Bauernhilfsverein weiter an, insbesondere durch den Eintritt junger Landwirte. Aktuell zählt der Verein 122 Mitglieder, darunter 24 Ehrenmitglieder. Rückblickend war das Jahr und die Ernte 2025 von einem extrem trockenen und warmen Frühjahr, gefolgt von Starkregen und großer Hitze im Sommer geprägt. Hinzu kamen regionale Hagelschäden, zuletzt im Bereich Siebenkofen. Während die Glasflügelzikade bislang kaum spürbare Schäden verursachte, stellen immer neue bürokratische Anforderungen Landwirte vor zusätzliche Herausforderungen, so Plendl.

Die Kerze und der Ständer zierten den Altarraum beim Gedenkgottesdienst und werden auch künftig bei besonderen Ereignissen des Bauernhilfsverein im Einsatz sein.
Schatzmeister Martin Langgartner berichtete über Einnahmen und Ausgaben und konnte einen soliden Kassenstand vorlegen. Die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags von acht auf zwölf Euro sei jedoch unumgänglich gewesen. Schriftführer Ruppert Kiermeier stellte die vielfältigen Aktivitäten des Vereins vor, insbesondere die aktive Mitgestaltung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in der Gemeinde. Große Anerkennung fand der erstmals 2025 ins Leben gerufene Bittgang mit der Weihe der Vereinskerze, die samt Ständer von Hans Grüll gespendet wurde. Diese Kerze wird künftig bei jedem Jahrestag sowie bei Todesfällen von Vereinsmitgliedern entzündet. Auch der Bittgang werde weiterhin jährlich stattfinden. Die diesjährige Kollekte, die von stellvertretendem Landrat Andi Aichinger auf 500 Euro aufgestockt wurde, kommt erneut den First Respondern Oberschneiding zugute.
In seinem Grußwort betonte stellvertretender Landrat Andreas Aichinger die große Bedeutung des Bauernstandes für die Gesellschaft. Landwirte stellten täglich hochwertige und nachhaltige Lebensmittel zur Verfügung und leisteten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft. Gleichzeitig seien sie mit hohen fachlichen, technischen und unternehmerischen Anforderungen konfrontiert. Aichinger rief zu mehr gegenseitigem Verständnis und Wertschätzung gegenüber der Landwirtschaft auf und dankte dem traditionsreichen Bauernhilfsverein Oberschneiding für deren Zusammenhalt und deren Engagement.
Bürgermeister und Kreisrat Ewald Seifert informierte über aktuelle Entwicklungen in der Gemeinde Oberschneiding. Der Baufortschritt am Ortsanfang sowie beim Schulersatzgebäude liege im Zeitplan, der Umzug der Schule sei für das Frühjahr vorgesehen. Nach der anschließenden Generalsanierung der Schule werde der Gemeinde ein moderner Bürgersaal zur Verfügung stehen. Seifert lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, insbesondere des Bauausschussvorsitzenden und stellvertretenden Bürgermeisters Konrad Schmerbeck sowie des Bauhofs. Positiv bewertete er auch die Ansiedlung der Firma Loibl in Bezug auf den Wirtschaftsstandort Oberschneiding. Gleichzeitig wies der Bürgermeister jedoch darauf hin, dass angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage keine rosigen Zeiten in Zukunft zu erwarten seien. Umso wichtiger seien Zusammenhalt, Verlässlichkeit und eine vorausschauende Kommunalpolitik, um die Gemeinde und den Landkreis weiterhin gut durch herausfordernde Zeiten zu führen.
AELF-Leiter Landwirtschaftsdirektor Josef Groß sprach über aktuelle fachliche und bildungspolitische Themen. Dabei ging er kurz auf die ab 2026 verpflichtende Dokumentation des Pflanzenschutzes ein und verwies dabei auf digitale Lösungen mit Schlagkartei-Funktion, die unter anderem vom Maschinenring sowie vom Erzeugerring angeboten werden. Ebenfalls ab dem Jahr 2026 wird für Neuanträge im Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) der reguläre Verpflichtungszeitraum von fünf auf vier Jahre verkürzt. Zum Thema Schilfgraszikade stellte Groß fest, dass es im Landkreis bislang noch keine größeren spürbaren Schäden gebe. Dennoch sei es wichtig, frühzeitig ein Maßnahmenpaket umzusetzen, um den Schädling in den Griff zu bekommen. Dazu zählten insbesondere ein konsequentes Monitoring und vorbeugende Maßnahmen.
Ein besonderes Anliegen war ihm die Nachwuchsgewinnung und Wertschätzung der landwirtschaftlichen Ausbildung. Mit Blick auf die Landwirtschaftsschule Straubing zeigte er sich besorgt, dass von derzeit 18 Studierenden lediglich drei aus dem Landkreis Straubing-Bogen stammen. Dies verdeutliche, wie wichtig eine stärkere Anerkennung des Berufsstandes und der fachlichen Ausbildung sei. Zudem warb Groß für die Teilzeitschule Hauswirtschaft in Straubing. Der nächste Jahrgang startet am 6. März 2026, Anmeldeschluss ist der 30. Januar 2026. Der Unterricht findet ausschließlich freitags statt und lässt sich dadurch gut mit Beruf, Familie und landwirtschaftlichem Betrieb vereinbaren. Die Schule ist kostenfrei und vermittelt neben fachlichen Inhalten auch die pädagogische Eignung zur Anleitung von Personen. Ein Online-Infoabend findet am Donnerstag, 22. Januar 2026 statt.
Abschließend dankte Josef Groß Bürgermeister und Fraktionsvorsitzendem Ewald Seifert ausdrücklich als treibender Kraft hinter der Generalsanierung der Hauswirtschaftsschule in Straubing, die mit rund 1,5 Millionen Euro modernisiert und zukunftsfähig gemacht worden sei.
Hauptreferent des Abends war Kriminalhauptkommissar Manfred Reumann, der unter dem Titel „Betrüger und Einbrecher lauern überall! Wie kann ich mich schützen!“ über aktuelle Betrugsmaschen und wirksame Präventionsmaßnahmen informierte. Ziel der polizeilichen Präventionsarbeit sei es, durch gezielte Aufklärung Tatgelegenheiten zu reduzieren und Straftaten bereits im Vorfeld zu verhindern. Reumann machte deutlich, dass Betrugsdelikte jeden treffen können und die Täter dabei äußerst einfalls- und trickreich vorgehen. Verbreitet seien unter anderem Callcenter Betrug, bei dem sich Täter als falsche Amtspersonen ausgeben, sowie Schockanrufe, der Enkeltrick oder gefälschte Nachrichten über WhatsApp, SMS oder E-Mail. Häufig würden Betroffene zur Preisgabe sensibler Daten, zur Freigabe über Photo-TAN-Apps oder zur Zahlung vermeintlicher Gebühren für Pakete oder angebliche Zollkosten aufgefordert. Auch vor Anlagenbetrug, gefälschten QR-Codes und manipulierten Zahlungsaufforderungen warnte der Kriminalhauptkommissar eindringlich. Zudem mahnte Reumann, PIN-Nummern niemals in der Geldbörse aufzubewahren. Bei Verlust oder Diebstahl einer EC-Karte sei umgehend der Sperrnotruf unter 116 116 zu kontaktieren.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Schutz von Hof, Wohnhaus und Nebengebäuden. Reumann riet, keine unbekannten Personen – etwa falsche Handwerker oder vermeintliche Dienstleister – in die Wohnung oder auf das Anwesen zu lassen. Empfohlen wurden gezielte Sicherungsmaßnahmen wie eine gute Außenbeleuchtung, der datenschutzkonforme Einsatz von Videoüberwachung sowie der Einbau zertifizierter einbruchsicherer Fenster, Türen und Kellerschächte. Hofläden sollten möglichst bargeldarm geführt und/oder Automaten mit EC-Kartenzahlung ausgestattet sein, um das Diebstahlrisiko zu minimieren.
Abschließend appellierte Reumann an die Anwesenden, bei verdächtigen Anrufen, Nachrichten oder Beobachtungen stets wachsam zu bleiben und im Zweifel frühzeitig die Polizei einzuschalten. Zur Unterstützung hatte er umfangreiches Informationsmaterial und Flyer zum Mitnehmen dabei. Vorsitzender Plendl dankte Reuman abschließend für den überaus interessanten und aufschlussreichen Vortrag sowie für die zahlreichen praxisnahen Tipps und Verbesserungsvorschläge. Zum Ende der Veranstaltung wies Plendl noch auf kommende Termine hin: Vom 29. Mai bis 1. Juni 2026 findet das Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Reißing statt, gefolgt vom Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Niederschneiding vom 3. bis 6. Juli 2026 und die EC-Gemeindemeisterschaft, an der sich der Verein wieder mit einer Mannschaft beteiligen wird.

Vorsitzender Stefan Plendl dankt dem Referenten Kriminalkommissar Manfred Reumann für den aufschlussreichen Sachvortrag und die zahlreichen Tipps, wie sich jeder einzelne vor Einbruch und Betrug schützen könne.