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Gewaltherrschaft und Unfrieden nicht zuzulassen

Volkstrauertag mit Gedenkgottesdienst und Feierstunde am Ehrenmal

Die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag  in der Pfarrei Reißing begannen am Vorabend des Volkstrauertages mit einem langen Fackelzug - angeführt durch den Gäubodenspielmannszug Oberschneiding zogen der Krieger-und Reservistenverein Reißing, Bürgermeister Ewald Seifert, einigen Gemeinderäten, einer Abordnung des Lehr- und Ausbildungszentrums (LAZE) der Bundeswehr aus Feldkirchen sowie zahlreichen Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine in die Pfarrkirche Reißing ein, wo Pfarrer Dr. Peter Maier und Diakon Johann Hoffmann den Gedenkgottesdienst zelebrierten.

Der Volkstrauertag, ein Gedenktag für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege soll uns erinnern an das Leid das bis heute andauert. Darum sei es wichtig für den Frieden und die Freiheit einzutreten, richtete  Pfarrer Peter Maier an die Gottesdienstbesucher.

Anschließend versammelte sich die Kirchengemeinde vor dem Kriegerdenkmal, um den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege und den  Soldaten der deutschen Bundeswehr bei ihren Auslandseinsätzen zu gedenken und gemeinsam zu beten. Hier gedachte Pfarrer Dr. Peter Maier zunächst der vielen Opfer von Krieg und Gewalt bis in die heutige Zeit. Gemeinsam betete man dann für die vielen Toten und um den Erhalt des Friedens.
Bürgermeister Ewald Seifert sagte am Ehrenmal, seit 74 Jahren dürfen wir uns darüber freuen, dass es auf deutschem Boden keinen Krieg, sondern dauerhaften Frieden gibt. Für viele Länder dieser Welt, vor allem für Länder mit mangelhaften, instabilen oder gänzlich fehlenden demokratischen Strukturen gilt das leider nicht. Und eine Garantie dafür, dass aus den zahlreichen Krisenregionen nicht ernste Gefahren für die Sicherheit in unserem Heimatland erwachsen gibt es auch nicht.

Stabile Demokratie in Deutschland
In Deutschland wurde im Jahre 1949, also vor 70 Jahren, der Deutsche Bundestag gegründet. Wer hätte damals gedacht, dass sich nach einem so verheerenden wie dem II. Weltkrieg ein demokratisches Parlament so gut und dauerhaft etabliert. Die Menschen haben es gehofft. Sie haben davon geträumt und sie haben gebetet, gebetet dass es nicht wieder so wird, wie in und in Folge der Weimarer Republik. Und tatsächlich ist in Deutschland in den vergangenen 70 Jahren gewachsen und gediehen, was viele ersehnt haben, eine stabile Demokratie. Sie ist gediehen, weil viele bereit waren, etwas für sie zu tun.

Seifert erwähnte gegenüber den Versammelten aber auch, dass es leider seit geraumer Zeit diejenigen immer mehr werden, die glauben dass jetzt, nach sieben Jahrzehnten, alles selbstverständlich ist, dass man für die Demokratie nichts mehr tun muss, weil es sie einfach gibt und weil es sie immer geben wird. Dieses Gedankengut ist aber falsch und fatal. Demokratie ist anstrengend und es gibt sie nicht ohne aktive Demokraten. Damit meine ich übrigens keine Eintagsaktivisten sondern Ganzjahresdemokraten. Menschen, die sich für ihre Heimat interessieren und engagieren, weil sie sie lieben. Menschen, die begreifen, dass Friede zwischen den Völkern Friede zwischen den Menschen voraussetzt.

Danken wir deshalb heute auch allen, die sich, in welcher Weise auch immer, für den Frieden einsetzen. Besonders den Soldatinnen und Soldaten der Deutschen Bundeswehr, welche in gefährlichen Auslandseinsätzen versuchen, internationale Brandherde einzudämmen und Gefahren weit von unseren Landesgrenzen weg zu halten. Auch ihnen gilt unser heutiges Gebet, unsere Bitte um Gottes schützende Hand und unsere Hoffnung auf ihre gesunde und wohlbehaltene Rückkehr.

Am Ende seiner Ansprache sagte Bürgermeister Ewald Seifert, mit Ihrer Anwesenheit am Ehrenmal, verehrte Damen und Herren, bringen Sie nicht nur die dankbare Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege zum Ausdruck, sondern auch – und für beides danke ich Ihnen sehr herzlich – die Wertschätzung gegenüber den Soldatinnen und Soldaten.
In den beiden Weltkriegen haben 65 Millionen Menschen ihr Leben verloren. Menschen, die uns eine mahnende Erinnerung sein sollen, Gewaltherrschaft und Unfrieden nicht zuzulassen und stets dem Frieden zu dienen.
Am Volkstrauertag innehalten

Anschließend gedachte auch der Leiter des Lehr- und Ausbildungszentrum Einsatz (Lehr-/AusbZEinsatz) der Bundeswehr des Standorts Feldkirchen Oberfeldarzt Rabanus (Patenkompanie der Gemeinde Oberschneiding) der unzähligen Opfer von Gewalt, Krieg und Terror, mit der Hoffnung das all das Leid und der Schrecken eine Mahnung für die kommenden Generationen sein soll.
Er sagte, darum wollen wir heute am Volkstrauertag einen Moment innehalten. Innehalten ein einer Gesellschaft die zunehmend schnelllebiger wird. In einer Gesellschaft, in der gegenseitige Rücksichtnahme immer seltener wird. In einer Gesellschaft in der man oft seinen Nachbarn nicht mehr kennt. In einer Gesellschaft in der der Tod und das Sterben anonym geworden sind. In einer Gesellschaft, in der nur noch wenige direkt Krieg erfahren mussten. Wo Frieden oftmals als selbstverständlich gesehen wird. Mit Generationen die nie um ihr Leben fürchten mussten.

Als Zeichen der Wertschätzung und der Verbundenheit legte Bürgermeister Ewald Seifert im Namen der Gemeinde Oberschneiding ein Kranzgebinde am Ehrenmal nieder. Mit dem Lied vom guten Kameraden, gespielt vom Spielmannszug Oberschneiding und drei Böllerschüssen aus der Salutkanone des KRV Reißing endete der Gedenkakt.

2019 11 19 Volkstrauertag R 1

Bürgermeister Ewald Seifert bei seiner Ansprache

2019 11 19 Volkstrauertag R 2

Die Vereine mit ihren Fahnen und Gäubodenspielmannszug bei der Gedenkfeier

Text und Foto: Gerhard Schindlmeier