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Sitzungsbericht 2020-12-10

Kinderhaus für Oberschneiding

Neue Beiträge für Entwässerung – Informationen zum Thema Waldkindergarten

Da die Entwässerungssatzung der Gemeinde Oberschneiding aus dem Jahr 2014 in einigen Punkten nicht mehr an die aktuelle Mustersatzung des Innenministeriums angepasst ist, war hier ein Neuerlass nötig. Ebenfalls fällig war eine Neukalkulation der Beiträge und Gebühren. Frau Bettina Radlbeck von der Firma Kommunalberatung Radlbeck, die als externe Beraterin die Neukalkulation in Zusammenarbeit mit der Finanzverwaltung durchführte, erläuterte die anstehenden Änderungen. So sei es z.B. aufgrund der Entwicklung der Rechtsprechung empfehlenswert, dass Garagen, die eine Verbindung zum Haus aufweisen, ab 01.01.2021 auch beitragspflichtig werden. Dies gilt allerdings nur für neue Bauvorhaben. Auch in der Sitzung des Zweckverbandes Abwasserbeseitigung „Reißinger Bachtal“ wurde dies so festgelegt. Für die Gebühren wurde beschlossen die Gebühr bei nur Schmutzwasserableitung auf 2,11 €/m³ und die Gebühr bei Schmutz- und Regenwasserableitung auf 2,31 €/m³ festzusetzen.

Thema Waldkindergarten

Auf mehrfachen Wunsch informierten sich die Verwaltung und die Kindergartenleitung auch zum Thema Waldkindergarten, von dem sich einige Gemeinderäte die Einsparung einer Gruppe beim bevorstehenden Neubau erhofften. Bereits im Vorfeld erhielten die Gemeinderätinnen und -räte sämtliche vorliegenden Unterlagen zur Verfügung gestellt. Bürgermeister Seifert informierte über Erkundigungen beim KUVB und dem Jugendamt, insbesondere bezüglich deren Praxiserfahrungen. So sollte der Wunsch nach einem Waldkindergarten nachdrücklich aus der Elternschaft kommen. Es begründe sich dann meist ein Verein oder eine Elterninitiative; ein dauerhaft hohes Engagement der Elternschaft sei erforderlich und auch eine große Begeisterung bei Kindern, Eltern, Personal und Abholern; Plätze in einem Waldkindergarten deckten außerdem nicht den Rechtsanspruch von Eltern an Gemeinden für notwendige Kindergartenplätze. Kitaleiterin Bettina Sosnitza führte aus, dass ein Waldkindergarten einen hohen Aufsichtspflichtnachweis erfordere, trotz der tollen Natur- und Umwelterfahrung auch eine Unterbringung bei Sturm- und Schlechtwetterlage erforderlich sei und auch ein erhöhter Personalaufwand und die Bereitschaft des Personals nur im Freien zu arbeiten von Nöten sei. Das Fazit der Verwaltung zum Thema Waldkindergarten war, dass Reiz und Schönheit des Waldaufenthaltes und auch die Naturerfahrungen unbestritten seien, ein Waldkindergarten aber keinen Ersatz für Plätze in einem Kinderhaus biete. Da allerdings aus dem Gemeinderat nur über positive Erfahrungen in Waldkindergärten berichtet wurde, beschloss man im Rahmen der Diskussion Meinungen zu diesem Thema aus einer Elternabfrage zu erhalten. Außerdem war man sich einig, sich ggf. innerhalb der ILE um eine gemeinsame Einrichtung zu bemühen. Für die Umfrage bot Bürgermeister Ewald Seifert an, gemeinsam mit Gemeinderätin Tanja Fischl eine entsprechende Elternbefragung vorzubereiten.

Kinderhaus-Neubau

Passend zum Thema berichteten Bürgermeister Seifert, Geschäftsleiter Gögl und Kitaleiterin Sosnitza auch über den Kinderhaus-Neubau und hier vor allem über die geplante Größe, die bereits in einer Sitzung im Frühjahr festgelegt wurde. Der Neubau des Haues soll insgesamt zehn Gruppen aufgegliedert in zwei Krippen-, vier Kindergarten und vier Hortgruppen umfassen. Die Übergangslösung des Hortes an der Grundschule, die ohnehin schon wieder zu klein ist, wird aufgelöst, da die Räumlichkeiten auch wieder für die Grundschule benötigt werden. Außerdem wird der Kindergarten in Meindling, der auch nur befristet in einem Bauernhaus untergebracht ist, aufgelöst. Aufgrund der Geburtenzahlen und der Buchungs-Prognose von Gerhard Dix, dem zuständigen Referenten des Bayerischen Gemeindetages habe sich ein Bedarf von 9,5 Gruppen ergeben. Untermauert werden diese Zahlen durch die enorm ansteigende Betreuungsquote trotz fast gleichbleibender Geburtenzahlen. So würden sich bei allen berücksichtigten Fakten folgende Zahlen ergeben: 125 bis 150 Plätze bei 5 bis 6 Gruppen im Bereich Kindergarten, 75 bis 80 Plätze bei 5 bis 6 Gruppen im Bereich Kinderkrippe und 100 Plätze bei 4 Gruppen im Bereich Hort. Bürgermeister Seifert und die Verwaltung stellten sehr anschaulich dar, dass es nicht die Zahl der Kinder sei, die sehr stark angestiegen sei, sondern die Betreuungszeiten, die gebucht würden. „Wenn ein Kind früher 3 Jahre im Kindergarten war und heute von Krippe bis einschließlich Hort neun Jahre zu betreuen ist, dann ist es nicht entscheidend, ob wir pro Jahr 25 oder 25 Kinder haben. Dann ist das Entscheidende, dass sich die Betreuungszeit bei mindestens zwei Drittel der Kinder verdreifacht hat. Das, so Seifert, sei sicher eine Herausforderung, aber gleichzeitig auch ein „Luxusproblem“. Denn jede Gemeinde freue sich und tue was sie nur könne, um möglichst genügend Nachwuchs zu haben. Grundsätzlich wurde der Betreuungsbedarf aus den Reihen des Gemeinderates erkannt, er herrschte aber Unsicherheit darüber, was passiert, wenn die Kinderzahl sich rückläufig entwickle. Den eher skeptischen Ratsmitgliedern bot der Bürgermeister an, das Thema nach Vorliegen der Umfrageergebnisse nochmals im Gesamten zu beraten. Hiermit waren alle Gemeinderatsmitglieder einverstanden.