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Oberschneiding leitet die Dorferneuerung ein

Am vergangenen Donnerstag versammelten sich rund 40 Dorfbewohner im Gasthaus Krinner, um sich über die anstehende Dorferneuerung zu informieren. Bürgermeister Ewald Seifert begrüßte Herrn Josef Reidl vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), der in einer Power-Point-Präsentation über das Verfahren aufklärte, indem er umfassend auf die Ziele, den Ablauf und die Maßnahmen einging. Als übergeordnetes Ziel soll eine Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits-und Umweltverhältnisse auf dem Lande erreicht werden, wobei der eigenständige Charakter ländlicher Siedlungen und die Kulturlandschaft erhalten bleiben sollen. Dabei ist es entscheidend, dass das Projekt von den Bürgern getragen und mitgestaltet wird, denn eine Dorferneuerung, so Reidl, setzt eine Bürgerbeteiligung voraus. Diese Aktivität erfolgt in sogenannten Arbeitskreisen, die zu den verschiedenen Maßnahmen gebildet werden und in denen die wertvollen Vorschläge, Gedanken und Erfahrungen der engagierten Gemeindemitglieder gesammelt und analysiert werden.

Eine einfache Dorferneuerung, die ohne ein formelles Verfahren auskommt, wurde bereits bei dem Bau des IT-Zentrums durchgeführt. Hierbei wurden zur Gestaltung des Turmes die Ideen der Bevölkerung aufgenommen und umgesetzt. Die Notwendigkeit und Dimension einer umfassenden Dorferneuerung in Oberschneiding mit geordneten Maßnahmen sei alleine schon durch die Sanierung der „Schneidinger Mitte“ gegeben, welche in das kommende Verfahren mit eingegliedert werden soll. 

Momentan befindet sich die Gemeinde in der Startphase der Dorferneuerung, die von der Aufklärung der Bürger und der Bildung von Arbeitskreisen geprägt ist. Im Mittelpunkt steht hier der Entwurf eines Leitbildes. Ein Leitbild beschreibt den langfristig angestrebten Zustand und soll während des ganzen Verfahrens als eine Art Orientierung dienen, die sowohl handlungsleitend als auch motivierend auf die Beteiligten wirken soll. Danach wird ein Vorentwurf eines Dorferneuerungsplanes gestaltet und daraus ein Maßnahmenkonzept mit Prioritäten erarbeitet. Dann kommt es zum eigentlichen Verwaltungsakt, der Einleitung eines formellen Verfahrens, bei dem eine sogenannte Teilnehmergemeinschaft entsteht, bei der jeder Grundstückseigentümer ein Teilnehmer ist. Diese Gemeinschaft ist dann eine Körperschaft des öffentlichen Rechts auf Zeit und somit Planer und Träger der  Maßnahmen. Aus der Teilnehmergemeinschaft wird in einer Versammlung der Vorstand gewählt, der aus 7 Mitgliedern plus Stellvertreter, einem Projektleiter vom ALE und einem Vertreter der Kommune besteht. Der Vorstand stellt dann gemeinsam mit dem Gemeinderat den Dorferneuerungsplan auf, der geprüft und genehmigt werden muss, bevor konkrete Maßnahmen ausgeführt werden.

Das ALE unterscheidet bei der Förderung zwischen Öffentlichen und Privaten Vorhaben, die unterschiedlich hoch bezuschusst werden, wobei die eingesetzten Gelder, aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln stammen.

Nach dem Vortrag stand Herr Reidl für  Fragen zur Verfügung und es entstand unter den Anwesenden ein lebhafter Austausch. Dass den engagierten Oberschneidinger Bürger ihr Dorf sehr am Herzen liegt, zeigte sich darin, dass bereits im Rahmen der Veranstaltung der erste Arbeitskreis für die Planung des Umfeldes der „Schneidinger Mitte“ gebildet wurde.

Bürgermeister Seifert dankte am Ende der Veranstaltung dem ALE und Herrn Reidl für deren Hilfe und vorbildlicheUnterstützung und freute sich über die rege Beteiligung an der Veranstaltung. Seifert betonte abschließend, dass die Zusammenarbeit der Bürger mit der Gemeinde und dem Amt für Ländliche Entwicklung nicht nur zur Erarbeitung und Umsetzung der Maßnahmen diene sondern auch einen positiven Einfluss auf das „Wir-Gefühl“ der Dorfgemeinschaft habe. Durch die Einbindung würden Betroffene zu Beteiligten werden und jeder Einzelne erhalte somit die Chance, mitzubestimmen, wie Oberschneiding in der Zukunft aussehen soll und könne somit die Entwicklung der Gemeinde aktiv gestalten und prägen.

Die Teilnehmer des Ersten Arbeitskreises mit Bürgermeister Ewald Seifert und Josef Reidl, ALE

Die Teilnehmer des Ersten Arbeitskreises mit Bürgermeister Ewald Seifert und Josef Reidl, ALE