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Sozialministerin Emilia Müller zur „Schlafwache“ in Oberschneidinger KITA „Pusteblume“

Einigung erzielt – Ministerin sieht hohe Betreuungsqualität


Die Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Emilia Müller besuchte am vergangenen Montag die Kindertagesstätte Pusteblume in Oberschneiding. Sie löste damit ein Versprechen aus dem Jahr 2017 ein, welches sie dem Oberschneidinger Bürgermeister Ewald Seifert und dem Landtagsabgeordneten Josef Zellmeier im Rahmen eines Gesprächs zum Thema Schlafwache gegeben hatte. Das Gespräch fand damals auf Vermittlung von Josef Zellmeier in München, in den Räumen des Bayerischen Landtags statt. Einig geworden sind sich Seifert und Zellmeier mit der Ministerin und den mitanwesenden Juristen damals nicht. Der Oberschneidinger Bürgermeister hatte moniert, dass zu einem Schreiben aus dem Hause der Sozialministerin zur Schlafwache zu wenig mit den Praktikerinnen, in diesem Fall Erzieherinnen bzw. KITA-Leitungen gesprochen wurde. Daraufhin hatte die Ministerin versprochen, das Gespräch in Oberschneiding fortzusetzen. Und sie hat ihr Versprechen gehalten. Gemeinsam mit den Abgeordneten Josef Zellmeier, der sich in dieser Frage sehr engagiert hatte, und Hans Ritt und in Begleitung eines Juristen aus dem Sozialministerium kam sie zu einem Arbeitsgespräch im engen Kreise, dem außer Bürgermeister Seifert und der Leiterin der Pusteblume Bettina Sosnitza sowie ihrer Mitarbeiterin Julia Stoiber nur noch Landrat Josef Laumer und Jugendamtsleiterin Gerlinde Gietl angehörten.

Eingangs schilderte Sosnitza die Handhabung des Themas „schlafende Kinder in der Kita“. In jedem der zwei Schlafräume wartet eine Pädagogin bis alle Kinder eingeschlafen sind. Babyphone werden eingeschaltet und im Gruppenraum abgehört und alle zwanzig Minuten sieht eine der Pädagoginnen nach den schlafenden Kindern. Sosnitza erklärte, dass der persönliche Beziehungsaufbau und damit eine feste Bezugsperson für die Kleinsten von besonderer Wichtigkeit sind. Damit könnte nicht irgendeine Kraft ohne weiteres eine Schlafwache übernehmen. Die jeweilige Bezugsperson würde aber auch noch von anderen Kindern gebraucht, weshalb eine Pädagogin nicht stundenlang im Schlafraum schlafende Kinder beobachten könne. Außerdem sei der Maßstab das Verhalten sorgsamer Eltern und auch diese würden ein schlafendes Kleinkind nicht ununterbrochen „bewachen“.

Nach einem ca. halbstündigen Rundgang durch die Einrichtung sagte die Ministerin an die Leiterin Bettina Sosnitza gewandt: „Man erkennt hier sehr schnell, welche hohe Qualität an Betreuung Sie hier leisten. Das ist eine beeindruckende Einrichtung“. Die Ministerin bestätigte: „Wenn das Personal im Schlafraum bleibt, bis die Kinder eingeschlafen sind, ein Babyphon da ist und alle 20 Minuten jemand nachschaut, dann ist das vollkommen ausreichend. Wenn dann noch eine zusätzliche technische Überwachung dazu kommen kann, dann erst recht“, so Müller wörtlich. Die Staatsministerin sagte zu, dass die bisherige Empfehlung an die Realität in Kindertagesstätten angepasst werde. Über den zusätzlichen Einsatz von Sensorplatten für Kinderbetten werde ebenfalls weiter nachgedacht.

Die Jugendamtsleiterin Gerlinde Gietl bat darum, das angekündigte Schreiben auf dem offiziellen Dienstweg an alle Einrichtungen bzw. Träger zu senden. Auch wenn das letzte Schreiben nur eine Empfehlung im Einzelfall gewesen sei, so habe es doch durch seinen Inhalt eine Brisanz erhalten, die dazu führte, dass das Schreiben sehr schnell unter den Einrichtungen und Trägern herumgereicht wurde. Gietl und Landrat Laumer baten außerdem darum, dass auch die Kindertagesbetreuung (Tagesmütter etc.) in die geänderte Empfehlung einbezogen werden, denn auch in diesem Bereich habe die bisherige Empfehlung großen Aufruhr verursacht.
Die bisherige Empfehlung, so Bettina Sosnitza, habe bei vielen Pädagogen Verunsicherung hervorgerufen. Eine abgeänderte Version würde die Mitarbeiterinnen unterstützen und ihnen gleichzeitig neben der grundsätzlichen Verantwortung auch ein Stück weit Sicherheit geben.

Die Ministerin zeigte sich beeindruckt von der Kindertagesstätte und den Ausführungen der Leiterin. Alle Mitarbeiterinnen machten einen sehr motivierten Eindruck und arbeiteten mit sehr viel Sorgfalt und Fürsorge für die Kinder. Müller bescheinigte der Kita Pusteblume eine hohe Qualität der pädagogischen Arbeit. Auch Landrat Laumer teilte diesen Eindruck.

Ewald Seifert und Josef Zellmeier bedankten sich bei Ministerin Müller für deren Verständnis und ihre Zusage, ein erneutes Schreiben zu veranlassen, welches den vorgetragenen Anliegen Rechnung trägt und die heute gefundene Lösung schriftlich fixiert. „Ich bin aber auch Bürgermeister Ewald Seifert sehr dankbar, dass er nicht aufgegeben und nicht lockergelassen hat“, so Zellmeier.

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Stehend von links: MdL Josef Zellmeier, Bürgermeister Ewald Seifert, Leiterin Bettina Sosnitza, Sozialministerin Emilia Müller, MdL Hans Ritt, Jugendamtsleiterin Gerlinde Gietl, Patrick Rath (Sozialministerium), kniend: Landrat Josef Laumer mit zwei Mitarbeiterinnen der Kita Pusteblume

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