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Gerhard Schindlmeier wieder Vorsitzender

Jahrtag mit Generalversammlung und Neuwahlen – Mitglieder geehrt

Mit einem Kirchenzug, angeführt durch den Gäubodenspielmannszug  Oberschneiding, vom Gasthaus Gierl zur Pfarrkirche Reißing begann der Heldengedenktag der Krieger und Reservisten Reißing. In der Pfarrkirche fand ein Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Dr. Peter Maier und Diakon Johann Hofmann, für die Gefallenen, Vermissten der beiden Weltkriege und den verstorbenen Vereinsmitgliedern statt, dem sich ein kurzer Festakt am Heldendenkmal mit Ansprachen an schloss. Nach der Gedenkfeier hielt der KuRV seinen Jahrtag mit Jahreshauptversammlung im Gasthaus Gierl ab.

Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Vereine, Ehrengäste und Kirchenbesucher mit Pfarrer Dr. Peter Maier und Diakon Johann Hofmann am Ehrenmal, um die Gefallenen und Vermissten zu ehren. Nach den Worten und Gebeten des Geistlichen hielt Vorsitzender Gerhard Schindlmeier eine Ansprache.

Etwas mehr als 100 Jahre seit Beginn des 1. Weltkrieges und 73 Jahre seit Ende des 2. Weltkrieges soll und muss es, wenn sich auch keiner unter an den 1. Weltkrieg und nur mehr Wenige sich an den 2. Weltkrieg erinnern können, bzw. den 2. Weltkrieg nur mehr wenige miterlebten, unsere Aufgabe sein alljährlich die Opfer der beiden verheerenden Kriege mit unserem Verweilen zu ehren.Gemeinsam halten wir hierdurch die Erinnerungen an die Gräueltaten jener Zeiten wach und rufen uns das dunkelste Kapitel unserer Geschichte ins Gedächtnis. Niemals dürfen wir damit aufhören, uns die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt vor Augen zu führen.

Der Autor Henry Miller hat ausgedrückt, was eigentlich jedem Menschen klar sein sollte: „Jeder Krieg ist eine Niederlage des menschlichen Geistes“

Und ein deutscher Offizier schrieb: „Wenn das Ganze nur nicht so widersinnig wäre ! Diese Zerstörung von lebenden und toten Werten unter Aufwand unabsehbarer Kosten und übermenschlicher Kraft. Wofür?“ Das waren Aussagen im 1. Weltkrieg. Aber ein noch schlimmeres Inferno sollte sich 21 Jahre später mit dem 2. Weltkrieg anschließen. Unermessliches Leid brach über die Menschen herein, man spricht von 60 bis 65 Millionen Toten, andere Nachforschungen sprechen von einer Zahl von 80 Millionen. Unfassbar diese riesige Zahl, unfassbar diese riesige Zahl der Opfer von Massenverbrechen, Kriegsverbrechen und Völkermord.

Viele von uns kennen den Ausspruch, den man Kindern und Enkeln schon gesagt hat: „Du weißt gar nicht wie gut es dir geht, bzw. wie gut du es hast“! Damit ist nicht gemeint, wie viele T-shirts sich im Kleiderschrank befinden. Es ist viel mehr das Privileg, in einer Situation des Friedens und der Demokratie zu leben. Wir müssen keine Angst vor Bombenanschlägen haben. Wir kennen zum Glück nicht die Furcht davor, dass morgens um fünf Uhr die Geheimpolizei an die Tür klopft.

Zeit in sozialer Obhut

Jüngere Menschen bis hin zu meiner Generation kennen den Krieg nur aus den Erzählungen der Älteren und aus fast täglichen Fernsehbildern aus Kriegsgebieten, in denen die Menschen und Völker immer noch keine Ruhe gefunden haben. Aber Fernsehbilder rühren die Seele nicht an, sie geben nur kalte Informationen. Für Menschen, die das Grauen des Krieges nicht am eigenen Leibe, an der Front, im Bunker, auf der Flucht oder im Gefangenenlager erlebt haben, haben Bilder aus Kriegsgebieten, so grauenvoll sie auch sein mögen, nur Nachrichtenwert. Die jüngeren Generationen unter uns dürfen froh sein, bisher nie am Krieg gelitten zu haben, aber diejenigen, denen das Leid des Krieges zum Lebensschicksal wurde, leben noch unter uns.
Für uns ist es nicht leicht, an die Opfer des Krieges, an die Toten und Gefallenen beider Weltkriege, an die Verfolgten und ermordeten zu denken. Wir leben in einer Zeit der sozialen Obhut, der politischen Freiheit und der verbrieften Menschenrechte. Umso dringlicher und bedeutsamer aber ist es, dass wir Jahr für Jahr hier stehen und der Gefallenen und Vermissten denken. Irgendwann wird der letzte Weltkriegsteilnehmer gestorben sein. Dann darf man nicht vergessen, welches Grauen der Zweite Weltkrieg entfacht hat

Nein unsere Kinder bis hin zu meiner Generation, wissen nicht wie gut wir es haben. Wir können es nicht wissen, denn wir haben es nicht erlebt. Und die Älteren unter uns sind froh darüber, denn sie wissen, wie viel genau das wert ist. –Frieden bei uns im Land, in Europa, in der Welt. „Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn“ Damit die Toten nicht schweigen, damit wir ihre Stimme hören, begehen wir alljährlich unser Gedenktag. Im Anschluss legte Vorsitzender Gerhard Schindlmeier zu Ehren der Kriegsopfer aus der Pfarrei Reißing eine Blumenschale nieder, wobei die Blaskapelle den „Guten Kameraden“ spielte. Im Hintergrund donnerten drei Böllerschüsse aus der Vereinskanone durch die Luft.

Mitglieder geehrt

Nach der Heldenehrung formierte sich ein festlicher Zug durchs Dorf, zum Gasthaus Gierl, wo die Jahreshauptversammlung seinen Anfang nahm. Vorsitzender Schindlmeier dankte allen Anwesenden für ihre Teilnahme und sagte dass der Verein eine Stärke von aktuell 159 Mitgliedern erreicht hat. Schriftführer Martin Steinbeißer informierte die Versammlung über die Aktivitäten des Vereins im abgelaufenen Vereinsjahr und hob besonders die Teilnahme der Krieger und Reservisten an weltlichen und kirchlichen Festen sowohl innerhalb der Gemeinde als auch außerhalb, hervor. Der Kassenbericht wurde vom Kassier Xaver Strähuber vorgetragen. Seinen Worten war zu entnehmen, dass der Verein dank vieler Spenden, Maibaumversteigerung und aus der Altpapiersammlung über ein solides Finanzpolster verfügt.


Die folgenden Neuwahlen durch Wahlleiter Ernst Forster ergaben folgendes Ergebnis:
Als erster Vorstand wurde Gerhard Schindlmeier einstimmig wieder für die nächsten 3 Jahre gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde ebenfalls wieder einstimmig Xaver Schmidbauer. Xaver Strähuber wurde wieder zum Kassier und Martin Steinbeisser wieder zum Schriftführer gewählt. Zu Fahnenjunkern wurden Stefan Krinner und Martin Bernhard gewählt. Da Josef Kollmannsperger als Vereinsdiener nicht mehr kandidierte konnte Gerhard Able für dieses Amt gewonnen werden. Familie Able wurde wieder als Betreuer für das Kriegerdenkmal gewählt. Dem Vereinsausschuss gehören künftig an:
Erwin Weinzierl (neu für Johann Strähuber), Josef Adam,  Uli Reichl, Johann Wagner, Heribert Weinzierl und Reinfried Hafner. Als Kassenprüfer fungieren wieder Josef Kiermeier jun. und Stefan Krinner.

Als Dank für die 40-jährige Vereinstreue überreichte der Vorsitzende eine Urkunde und das Ehrenkreuz an Xaver Schmidbauer. Für 25-jährige Vereinszugehörigkeit wurden ausgezeichnet: Johannes Hankofer, Johann Kellnberger, Josef Kiermeier, Stefan Krinner, Bernhard Sporrer, Christian Strähuber, Johann Wagner,jun..

Josef Schambeck, Ehrenvorsitzender  des Kreisverbandes, überbrachte die Grüße des Kreisverbandes Straubing-Bogen. und bedankte sich für große Teilnahme der Reißinger Krieger und Reservisten beim Jahrtag und auch bei auswärtigen Veranstaltungen wie zum Beispiel die Teilnahme an der alljährlich stattfindenden Friedenswalfahrt mit Kreiskriegertreffen. Anschließend überreichte Schambeck die Ehrennadel in Gold des Kreisverbandes für besondere Verdienste im Verein an Alfred Pömmerl (29 Jahre Fahnenjunker), Konrad Able, Johann Schmerbeck und Josef Buchstaller.

Bürgermeister Ewald Seifert der die Grüße der Gemeinde Oberschneiding überbrachte wünschte dem Verein weiterhin so einen guten Zusammenhalt und der Vorstandschaft mit ihrem Vorsitzenden Gerhard Schindlmeier weiter eine gute und glückliche Hand. Zum Schluss wies Schindlmeier noch auf die anstehenden Veranstaltungen und Teilnahmen an Festen anderer Vereine hin.

2018 03 04 Kriegerjahrtag Reißing 1

Der Vorsitzende Gerhard Schindlmeier bei seiner Ansprache am Ehrenmal.

2018 03 04 Kriegerjahrtag Reißing 2

Die Geehrten mit Vorsitzendem Gerhard Schindlmeier (zweiter vo.li.), Bürgermeister Ewald Seifert (li.) und Josef Schambeck vom Kreisverband. (vierter vo.li.)

Text und Fotos: Gerhard Schindlmeier - Ein Bericht hierzu erschien auch im Straubinger Tagblatt